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An der Wakenitz

 Wakenitz (c) LTM Doris Schütz

Langer Jammer auf dem Amazonas des Nordens

Die Wakenitz ist ein kurzes Flüsschen - wird aber trotzdem gerne mit dem Amazonas verglichen. Kein Wunder, denn Teile ihres Naturraums blieben lange Zeit so gut wie unberührt. Der Grund: bis 1989 markierte sie zehn Kilometer der innerdeutschen Grenze. Bei Seglern und Schiffern hieß dieser Abschnitt früher Langer Jammer – weil er so schmal ist, dass sie dort bei ungünstigem Wind nur sehr mühsam aufkreuzen konnten.

Naturfreunde finden entlang der Wakenitz heute eine Flusslandschaft mit verwunschenen Auenwäldern und aufgestauten Seenlandschaften. Fernab vom Autoverkehr gelangen sie entlang des Ufers oder auf dem Wasser aus der Lübecker Innenstadt in ein grünes, urwüchsiges Paradies. Für Wanderer und Radfahrer führt der beschilderte »Drägerweg« über 15 Kilometer bis zum Ratzeburger See. Wassersportler wie Kanuten, Ruderer und Segler finden am Westufer markante Ausflugsziele wie den Müggenbusch oder den Absalonshorst. Die ehemaligen Fischerhorste werden heute als gastronomische Betriebe geführt und haben Stege, an denen man anlanden kann. Außerdem halten dort auch die Ausflugsschiffe der »Wakenitz Schiffahrt Quandt«.

Innerstädtisch liegen am Ufer der Wakenitz gleich mehrere Segelclubs und das Freibad an der Falkenwiese sowie das Freibad Marli auf der anderen Seite. Das Freibad an der Falkenwiese besteht bereits seit 1899 und seine hölzernen Umkleideräume und Badestege stehen unter Denkmalschutz. In den Sommermonaten bietet es Gelegenheit zum Schwimmvergnügen im Fluss. Das geht gefahrlos, denn das Wasser der Wakenitz ist sehr sauber. Damit das so bleibt, gibt es bis auf Rettungsboote und die Ausflugsschiffe so gut wie keinen motorisierten Flussverkehr. Längst sind einzelne Flussabschnitte deshalb auch beliebte Anglerreviere. Berühmt ist die Wakenitz für ihre riesigen Welse. Und nicht zu vergessen die Barsche, denen sie ihren Namen verdankt – denn im Slawischen heißt Wakenitz »Barsch-Fluss«. Auch an Land hat sich ein Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt. So fühlen sich dort mittlerweile sogar Nandus heimisch, die 2001 aus einer Farm entlaufen waren. Die Population dieser südamerikanischen Straußenvögel ist mittlerweile auf über sechzig Tiere angewachsen. Ist ja dort auch wie am Amazonas!

Lust auf eine Wakenitzfahrt? Informationen finden Sie hier.